Am vergangenen Donnerstag (den 12.05.2011) durfte ich am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, unbegründet im Verdacht einer Straftat zu stehen. Das alleine ist problematisch, zieht allerdings einen Rattenschwanz weiterer Probleme und Fragen nach sich.
Dieses -aus dem Boden gestampfte- Blog soll mir eine Plattform für den oben angedeuteten Fall sein, mir helfen Gedanken zu ordnen und zu reflektieren. Ich möchte über technische und gesellschaftliche Zusammenhänge aufklären, die zu solchen Situationen führen.
Anonymität im Netz
Wikipedia weiß:
Das derzeitige Internet ermöglicht unterschiedlich weitgehende Anonymität. Eingeschränkt wird diese beispielsweise dadurch, dass bei jeder Kommunikation im Internet eine IP-Adresse mitübertragen wird. Auch durch sorgloses Verhalten und technische Tricks können viele Informationen über Internet-Benutzer gesammelt werden.
In unseren Gefilden interessiert eine solche Aussage leider zumeist relativ wenig. Das Internet wird hier (und wahrscheinlich an vielen anderen Orten) zunächst einmal als das gesehen, was einem Werbung und Medien einhämmern: ein buntes Meer aus kommerziellen Angeboten. Über das Internet kann der Nutzer bequem einkaufen, er kann alte Schulfreunde wiederfinden, er kann aktuelle Nachrichten lesen und sich in sozialen Netzwerken profilieren. Hinter vielen dieser beworbenen und dadurch überaus populären Angeboten steht die Absicht, Profit zu erwirtschaften. Das Resultat ist meist das Aggregieren von Daten über die Benutzer der Plattformen, denn mit diesen kann man nicht nur Analysen über das Nutzerverhalten anstellen, sondern eben auch Geld verdienen. Die Geschichte kennt ihr sicherlich, auch Massenmedien weisen mittlerweile auf Datenkraken und veröffentlichte Daten hin (und sind eher still, wenn der Staat solche Sammlungen anlegt).

grün: freier Zugang, orange: überwacht, hellgelb: teilweise zensiert, hellrosa: erheblich zensiert, rosa: durchgängig zensiert (Lizenz: CC0 1.0)
Das Problem der Anonymität im Netz kann aber auch Züge annehmen, die unsere ernsthaften Datenschutzprobleme in den Schatten stellen: viele Staaten dieser Welt überwachen und/oder zensieren ihren Datenverkehr. Menschen in diesen politischen Umgebungen begeben sich in große Gefahr, sollten sie das Internet auf eine von den Herrschenden nicht legitimierte Art nutzen. Dieser Kontrolle können sie sich ohne Hilfe von außen nur schwer entziehen.
In dieser Perspektive erscheint das Internet in einem gänzlich anderen Licht als bei uns: es ist ein weltweites Kommunikationssystem, das im besten Fall Informationen global und instantan zugänglich macht. Das Internet ist eine technische Plattform, die aufgrund ihrer weltumspannenden und gleichberechtigten Struktur nicht mit anderen Kommunikationsmöglichkeiten verglichen werden kann. Ein solches System ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn ein vollständiger, uneingeschränkter Zugang zu diesem Netzwerk besteht.
Anonymisierungsnetzwerke
Zur Verminderung der oben genannten Probleme haben sich Projekte zur Entwicklung von Softwarelösungen gebildet. Zu nennen sind hier vor allen Dingen die Netzwerke Tor (The onion router), I2P (Invisible Internet Project) und Freenet. Diese Netze sind teilweise in sich geschlossen, sodass nur Nutzer der Software miteinander kommunizieren können und teilweise nach außen geöffnet. Allen ist die Zielsetzung gleich, den eigentlichen Sender und Empfänger von Informationen nach außen zu verschleiern. Durch diese Methoden ist es dann beispielsweise möglich, einen unbeschränkten Zugang zum Internet zu erlangen oder sich kontrollierender Instanzen zu entziehen.
Ich beschränke mich in meinen Erklärungen auf das Tor-Netzwerk. Dieses Projekt zeichnet sich besonders dadurch aus, dass der anonyme Zugriff auf das “normale” Internet ermöglicht wird. Hierfür werden die Daten verschlüsselt über mehrere Teilnehmer des Netzwerkes an ihren Bestimmungsort geleitet.

Die Kommunikation zwischen Alice und Bob findet über mehrere Computer hinweg statt. Nur der letzte Knoten ist für Bob sichtbar und nachvollziehbar. (Quelle: torpoject.org)
In dem Bildbeispiel kann Bob nicht nachvollziehen, wer Alice tatsächlich ist. Er sieht den letzten Computer als Urheber der Daten. Auch im Netzwerk selber ist Alice nicht mehr als Sender oder Empfänger auszumachen.
Der letzte Computer im Beispiel wird im Tor-Projekt als “Exit-Node” bezeichnet, da über ihn der Verkehr aus dem anonymen Netzwerk in das Internet austritt. Die IP-Adresse dieses Computers findet sich dann in den Logdateien besuchter Internetseiten und genutzter Dienste wieder.
Mein Fall
Vor ungefähr zwei Jahren mietete ich mir einen Server bei dem Hostingunternehmen Hetzner an und richtete darauf einen solchen Tor-Exit-Node ein. Diese Funktion ist innerhalb des Netzwerkes von elementarer Bedeutung und birgt natürlich das Risiko, für Dinge beschuldigt zu werden, die man nicht getan hat. Dieses Risiko nahm ich in Kauf und gab mir alle Mühe, die Funktion des Servers erklärend publik zu machen. So richtete ich beispielsweise auch eine kleine Internetseite ein, die für Interessierte darauf hinwies, dass der Datenverkehr über diesen Server nicht von mir gesteuert oder protokolliert wird. Außerdem machte ich es mir zu meinem privaten Vergnügen, wöchentlich mindestens drei automatisierte Meldungen zu Urheberrechtsverstößen mit Textbausteinen zu beantworten. (Bei meinem Hostingunternehmen war ich einem Telefonat nach wohl recht weit oben auf dem Beschwerdeanzahl-Highscore.) Den Server kündigte ich einige Monate (und viele transferierte Gigabytes) später aus finanziellen Gründen.
Am Donnerstag nun standen zwei Herren von der Kriminalpolizei mit einem Durchsuchungsbeschluss vor meiner Wohnungstür. Ich werde des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornografie verdächtigt. Ich konnte trotz dieser Punchline und der aufregenden Situation relativ ruhig bleiben (und mache Udo Vetter und seinen bekannten Vortrag “Sie haben das Recht zu schweigen” dafür verantwortlich) und wusste sogar in den meisten Situationen was zu tun war. Ich möchte mir mein Verhalten und dessen Folgen nicht ausmalen, wäre das alles vollkommenes Neuland für mich gewesen.
Die Durchsuchung der Wohnung lief vergleichsweise glimpflich ab. Zwar wurden meine Computer und eine Festplatte mitgenommen, aber dieser Verlust hätte bei schlechterer Laune in meiner von Elektroteilen wimmelnden Wohnung wohl wesentlich größer ausfallen können. Das technische Fachwissen der Beamten war -wie man es auch aus anderen überlieferten Fällen hörte- nur eingeschränkt vorhanden und äußerte sich in mehreren Situationen in betont seriös vorgetragenem Halbwissen. Ich beneide die Herren um Ihren Beruf nicht: vor ein paar Jahren war es schließlich noch wesentlich komplizierter, Daten vor fremden Augen zu schützen. Damals war man aus ihrer Sicht wohl gut damit beraten, einmal alle VHS-Kassetten in den Bus zu laden, heute kann sich auf kleinstem Raum die gleiche Datenmenge befinden.
Der Durchsuchung meiner Wohnung widersprach ich ausdrücklich im später angefertigten Protokoll. Der Sachbearbeiter quittierte dies mit einem fast krimi-reifen: “Das hätte ich an Ihrer Stelle nicht getan.” Der Sinn dieser Aussage war wohl, mich darauf hinzuweisen, dass ich als nicht kooperationsbereit wahrgenommen werden könnte. Und das stimmt. Das Durchsuchen und Mitnehmen meiner Privatsachen ist etwas, dem ich nicht zustimmen kann. In meiner (vielleicht naiven) Betrachtungsweise kommt die Kooperation in solchen Fällen einer Bestätigung und Anerkennung des Verfahrens gleich. In meinen Augen wäre dieses Verfahren durch ein wenig mehr Recherchearbeit bei den ermittelnden Behörden sicherlich anders ausgefallen.
Kinderpornografie
Ich komme wahrscheinlich nicht umhin, in dieser Situation auch über Kinderpornografie zu schreiben. Der sexuelle Missbrauch von Kindern ist für mich eine der abscheulichsten Taten, die man einem Menschen zufügen kann. Es ist meiner Meinung nach sehr richtig, dass dieses Problem öffentlich und umfassend besprochen und diskutiert wird. Richtet man sich nach der Illegalität von Kinderpornografie ist das ein fast überall auf der Welt zu findender Konsens.
Das Problem des sexuellen Missbrauchs wird man allerdings schlecht -wie es uns Ursula von der Leyen erklären wollte- dadurch lösen können, dass man Konsumenten aus dem Verkehr zieht, beziehungsweise Stop-Schilder (siehe Internetzensur) aufstellt. Dieses Problem ist ein gesellschaftliches, das auch auf dieser Ebene mit wirklichen Argumenten und möglichst wenig Emotionalisierung angegangen werden muss.
Ich hoffe sehr, dass ich noch eine Zeit erleben kann, in der man zumindest eine wirksame Strategie gegen dieses Problem gefunden hat und solche Taten dadurch vermeiden kann.
Die Bitte
Ich befinde mich derzeit auf dem zweiten Bildungsweg und lebe von BAföG. Ich werde voraussichtlich in ein paar Monaten mein Studium beginnen. Das Geld ist also derzeit für mich eher knapp und eine Änderung ist auch erstmal nicht in Sicht.
Die außergerichtliche Vertretung durch meinen Rechtsanwalt hat mich einen Pauschalbetrag von 1.000€ gekostet. Das ist ein Preis, den ich für das Ideal der Informationsfreiheit gerne zahle – und trotzdem schmerzt es in meiner Situation. Falls du dich in der Lage siehst, mir ein wenig finanziell zu helfen ohne dein Leben zu verschlechtern, würde ich mich über eine Spende (egal wie klein) sehr freuen!
Fragen zu diesem Fall oder Anonymisierungsnetzwerken beantworte ich natürlich gerne.
Habt tausend Dank, ich habe mein Spendenziel erreicht! Spendenstand insgesamt 20.05.2011, 13:00: 1.444,59€
Falls ihr die Betreiber von Anonymisierungsnetzwerken weiter unterstützen wollt, überlegt euch bitte, direkt an diese Organisationen zu spenden:
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Danke für deinen Einsatz und deine Risikobereitschaft!
Ich spende dir gerne etwas, würde aber gerne wissen, was du machst, wenn du mehr gespendet bekommst, als du brauchst.
Vielen Dank für deine Hilfsbereitschaft.
Ich überlege auch gerade stark, was sinnvoll wäre. Fest steht auf jeden Fall, dass ich es nicht behalten werde. Am liebsten würde ich es an einen Legal Fund für solche Fälle überweisen; ich weiß allerdings nicht, ob es das irgendwo gibt.
Falls die Spender das nicht möchten, werde ich das Geld schlicht zurück schicken.
Wir planen einen solchen Legal Fund zu starten. Schade, dass du dich nicht gleich an uns gewendet hast, dann hättest du dir die 1000 Euro von vornherein sparen können!
Du kannst den Fund gerne starten und den Betrag steuerlich absetzbar an uns für diesen Zweck spenden.
Das ist natürlich wirklich schade. :-/ Ich habe mir alle Mühe beim Recherchieren gegeben, aber wahrscheinlich lässt einen der ganze Stress etwas unaufmerksam und -kreativ werden.
Für die Spende behalte ich euch auf jeden Fall im Kopf, danke für die Info!
Wir sollten uns kennenlernen, deutsche Tor-Betreiber müssen zusammenhalten
Das würde mich sehr freuen. Auch wenn meine Dienste bis auf Weiteres wohl als Middle-Man und in anderen, geschlossenen Anonymisierungsnetzwerken stattfinden werden.
Ich hoffe einen kleinen Beitrag geleistet zu haben um Dich zu unterstuetzen.
Keep up the good fight
Bei einer mir bekannten Person wurde vor kurzem auch die Hausdurchsuchung durchgeführt. Ich wurde, live, von einer der anwesenden Personen angerufen um zu beraten was zu tun ist.
Da ich kein Jurist bin, habe an den Widerspruch der Durchsuchung nicht gedacht. Mein Tipp war nur kein Aussage zu machen, kein Passwörter zu nennen usw. (Was ohne Verschlüsselung recht nutzlos ist).
Sich dannach Rechtsbeistand zu holen ist der wichtigste Schritt, man muss mit der Polizei auf Augenhöhe agieren können.
Besonders nett waren die Jungs von der Polizei auch nicht. (Ohne Details zu nennen, mir sind gleich ein paar Dinge aufgefallen die ich , als Laie, als Fehlverhalten der Polizei instufen würde.)
Servus!
Vielen Dank zuerst einmal für das Betreiben eines TOR-Exit Node. Ich werde gleich im Anschluß zum ServiceTerminal gehen und Dir etwas überweisen.
Zur Frage eines eventuell überstehenden Betrages:
Jeder hat da sicher seine eigenen Befindlichkeiten und hätte gern das Geld gespendet an A, X, Y oder gar zurück. Da das eine schwierige Frage ist/werden kann, würde ich vorschlagen dies recht schnell zu entscheiden. Dabei fände ich es gut, wenn das TOR-Projekt überzähliges Geld bekäme, was ja auch naheliegend ist. Ansonsten hätte ich persönlich auch kein Problem, wenn Du bis zu 100EUR (10%) selbst behältst.
Gruß, Erik
Nachtrag:
Überweisung erledigt.
Anregung:
Ich fände es gut, wenn sich Techniker und Leute, welche sich mit TOR sehr gut aus kennen (ich leider nicht), vernetzten. Sinnvoll fände ich es darüber hinaus ein Projekt aufzusetzen, welches ermöglicht, die technischen Ressourcen mit den noch zu findenden juristischen Ressourcen zusammenzubringen. Das könnte meines Erachtens zu einer Win-Win-Situation führen. Ich stelle mir vor, daß die Techniker Anwaltskanzleien (evtl. nur bis zu einer Maximalgröße von 2Mann) kostenlos beraten, wie ein TOR-Exit-Node zu betreiben ist. Alles weitere sollte dann klar sein. Anwaltskanzleien können den Betrieb eines Exit-Node als Werbung nutzen (Wir nehmen Ihre Anonymität ernst). Die Kosten für den Betrieb sollten gering und fast von jeder Kanzlei zu tragen sein. Die Techniker können ihre Qualitäten beweisen und wenn schon nicht von Anfang an, zumindest für die Installationsdienstleistungen, oder evtl. anfallende Wartung ein Zubrot verdienen… es gäbe noch mehr Positives aufzuzählen, aber ich denke, jeder selbst kann diese Idee weiterspinnen…
Hallo,
ersteinmal möchte ich dir mein Mitgefühl aussprechen, denn ich weiß, wie sich das anfühlt – aber du scheinst ja relativ gut mit der Situation umgegangen zu sein.
Dann eine Frage: Was genau meinst du denn mit “außergerichtliche Verteidigung” ? Du bist doch schließlich in einem Strafverfahren?
Ich habe das Gefühl, dein jetziger Anwalt zockt dich grad ganz schön ab – sorry.
Bitte wende dich an Moritz und kläre mit ihm dein weiteres Vorgehen, danke!
morphium
vielen Dank für deine Risikobereitschaft, dafür spende ich doch gern.
Wenn du Spendenüberhang hast, kannst du dir meinetwegen davon doch auch wieder nen Rechner kaufen, immerhin behält die Polizei beschlagnahmte Rechner ja doch gerne mal so lange, bis sie nichts mehr taugen.
Bitte Bitte leere das Paypal-Konto mindestens täglich!
hallo soeren,
Du Armer, ich fühle mit Dir und würde Dir gerne helfen. Bin aber selber finanziell total am Ende momentan. Trotzdem danke ich Dir für Dein Engagement und will Dir auf jedenfall durch diesen Zuspruch den Rücken stärken. Wo wir ohne Udo Vetter wären hast Du auch sehr anschaulich geschildert !! Für alle die das noch nicht selber erlebt haben – im zweifelsfalle – im knast bzw u-haft etc..
Danke Soeren, vielen ,vielen Dank
mfg
johndoe
Hi Sören,
vielen Dank für den Betrieb des TOR Exits. Auf den Kosten sollst Du natürlich nicht alleine sitzen bleiben. Habe Dir gerade einen Zuschuss überwiesen.
Informiere uns bitte über den weiteren Fortgang.
Schöne Grüße,
Klaus
viel erfolg!
Pingback: kLAWtext: Damokles-Schwert namens Tor Exit-Node
Moin Sören,
mich würde mal interessieren, ob die Durchsuchung gegen dich als Verdächtiger (§ 102 StPO) oder Unverdächtiger (§103 StPO) durchgeführt wurde. Ferner wäre es hilfreich zu erfahren, wie du publiziert hast, dass es sich bei dem Server um einen Exit-Node handelt (es geht um die Frage der Rechtmäßigkeit des Durchsuchungsbeschlusses im Hinblick auf eine konkrete Auffindevermutung).
Du kannst mich diesbezüglich auch gerne per Mail kontaktieren.
Gruß
Donde
Ich melde mich per Mail bei dir.
Damals vor genau einem Jahr hatte ich das ebenfalls gemacht. Server stand bei Hetzner nach 2 Monaten hatte ich bammel bekommen nicht das einer mist baut und ich es dann abkriege. Dann hatte mir einen Server bei http://www.mediaon.com genommen wegen Standort Türkei. Nach knapp weiteren 6 Monaten hatte ich dann den Server aufgegeben die Kosten wollte ich nicht alleine tragen und auf meiner Website hatte auch nie jemand gespendet. Ich dachte das ich damit eventuell einen Teil der Serverkosten rausholen könnte was dann doch nicht der Fall war. Ich denke mal wir hatten das gleiche Vorhaben einfach anderen Menschen zu unterstützen aber leider wird das meistens nicht geschätzt und man steht am Ende alleine da. Ich werde mal sehen das ich dir was überweise. Wünsche dir viel Erfolg und das du deine Rechner so schnell wie möglich wieder bekommst.
Hi Sören, an der Email hab ich dich erkannt ^^. Die Welt ist klein. Wie’s aussieht, bekommst du die Summe ja zusammen. Und wenn nicht, dann meld dich einfach bei mir.
LG
- Mone
Die Geschichte hätte auch mir passieren können. Daher -> gespendet!
zum Thema Spenden:
Mach mit dem von mir gespendete Geld was Du willst!
Warum?
Weil Du es kannst!
Sollte ich nicht doch etwas darüber hinaus bestimmen?
NEIN! Die Frage ist: Warum spende ich überhaupt? -> Es ist Deine Weltanschauung, es ist der Kern Deines Handelns. Somit bin auch mit allen anderen Dingen einverstanden, welche über die Bezahlung des Rechtsanwaltes hinausgehen.
.. oder einfach: Warum nicht?
Gruß
Georg
#done
Hallo,
bin erst seit einer Woche Tor-Nutzerin und möchte es nicht mehr missen. Danke für dein Engagement und fürs Kopf-hinhalten!!
Bin leider etwas knapp derzeit, Spendenüberweisung geht deshalb nicht, kriegst aber meinen ganzen Monatsflattr, hoffe das hilft auch ein bisschen.
), außerdem hab ich gesehen hat auch @anonyops um Spenden für dich gebeten (http://twitter.com/#!/AnonyOps/status/70663381111156736), das hilft vielleicht nochmal.
Habe außerdem @ioerror angetweetet, der hat dich auch schon erwähnt/ verlinkt (http://twitter.com/#!/ioerror/status/70660786481143808 – hätte er aber wahrscheinlich sowieso getan
Überschuss?
Ich schließe mich @Georg an: Anerkennung für Weltanschauung/ Engagement für Tor. Cocktails schlürfen/ neue Couch fürs Wohnzimmer/ weiterspenden/ Hardware kaufen/ neuen Tor-Server…?
Have fun.
Offenlegung der erhalten Spenden wäre nett, aber ich habe nicht limitiert auf „Begleichung der Anwaltskosten“ gespendet.
Danke dir!
Hallo!
erstmal mein herzliches Beileid, dass du in diese aeusserst dumme Situation gekommen bist. Ich habe momentan exakt die gleich Geschichte am laufen, inklusive Hausdurchsuchung etc. und als letzte Woche ein Brief kam, dachte ich es geht weiter. Aber nein, eine Vorladung zu einem _weiteren_ Verfahren. Scheint wohl so als folgen aus der Vorgehensweise “Loeschen statt Sperren” fuer uns TOR Exit Node Betreiber nervige Konsequenzen.
Mein aktueller Gedanke zu dem Thema ist, ob es nicht moeglich waere eine Standard-Vorgehensweise zu etablieren. Darin wuerden sich dann vielerlei Argumentationen finden die auf beliebige Exit Nodes anwendbar sind. Diese Mappe liesse sich dann dem Gericht beim Prozess als Beweismaterial zuschieben und schon nimmt die Sache ihren guten Lauf. Meint ihr das ist moeglich? Das Problem ist ja, dass die meissten Verfahren eingestellt werden und die Betreiber ohne eine weitere Klage keine Anwaltskosten erstattet bekommen. Prinzipiell ist das zwar moeglich aber wer will das Risiko eines gescheiterten Prozesses auf sich nehmen… Vielleicht ist es ja tatsaechlich die bessere Taktik mit den “Beweisen” erst beim Prozess zu erscheinen. Das wuerde den Ermittlungsbehoerden auch jedes mal einen ordentlichen Daempfer verpassen und ausserdem sieht ein Freispruch in der Akte wesentlich besser aus als ein eingestelltes Verfahren.
Was denkt ihr dazu?
Bin eben das erste mal vorbei gekommen. Gefaellt mir sehr.
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Hallo Soeren,
ich bin erst jetzt auf deinen Blog gestossen – da ich auf der Suche nach “Leidensgenossen” war, denen das gleiche passiert ist wie mir!
Deine Ausführung decken sich EXAKT mit dem Prozedere, wie es mir zugestossen ist…
- 2 Polizeibeamte mit Durchsuchungsbeschluss
- Verdacht der Beschaffung und (viel schlimmer!) Verbreitung von KP
- Erschlagen von den Vorwürfen der technisch etwas inkompetenten Beamten…
Auch schön war die Antwort auf die Frage, wann genau es denn da weitergehen soll … schon ein besch.eidenes Gefühl, 6-12 Monate auf die Durchsicht meiner Daten zu warten und dass dann “nur” aus Mangel an Beweisen das Verfahren eingestellt wird :-/
Da ich noch einige Fragen zu Details habe und du anscheinend etwas “weiter” bist … wäre es nett wenn du mich mal kurz per Mail kontaktieren könntest, danke!
Gruß,
Jan
Hallo Leute,
ich habe mich vor ein paar Tagen mal mit TOR beschäftigt und ein bisschen rumprobiert. Habe dann auch mal die TOR relay Funktion ausprobiert (an meinem Heim DSL Anschluss) und habe dann aber mitbekommen das es auch mal ganz schnell schief gehen kann (Hausdurchsuchung etc.) . Habe den Relay ca. 10 Stunden laufen gehabt und es waren etwa 100mb Traffic durchgelaufen. Ich stehe momentan finanziell eher schlecht darstehe (arbeitslos). Wie hoch ist denn die chance das die Polizei vorbeikommt? Ich denke es könnte theoretisch durchaus passieren. Wie soll ich mich verhalten? Danke für Tipps.
PS: Wie lange hat es bei dir gedauert zwischen dem letzten Zeitpunkt als du TOR relay noch aktiv hattest und die dann bei dir vorbeikamen?
Hallo unk,
ich kann dir natuerlich nichts garantieren, aber 100MB Traffic sind vergleichsweise sehr, sehr wenig. Durch meinen Node flossen viele Gigabytes taeglich und ich habe ein Ermittlungsverfahren am Hals. Von daher waere ich an deiner Stelle unbesorgt. Sich Gedanken ueber den Ernstfall zu machen ist natuerlich nie verkehrt. Ich kann dir fuer ein bisschen Bildung bezueglich einer Hausdurchsuchung nur den Vortrag von Udo Vetter empfehlen, den ich im Beitrag verlinkt habe. Der hat mir die Situation wesentlich erleichtert.
In meinem Fall hat es vom (monatelangen) Betrieb bis zur Durchsuchung circa zwei Jahre gedauert; ich vermute aber, dass die Logs, in denen meine IP auftauchte, auch erst vor kurzem in die Haende des Staates gefallen sind. Anders kann ich mir diese lange Zeit nicht erklaeren.
erstmal danke das du hier noch geantworet hast obwohl der thread ja schon seit 1 monat inaktiv ist. also ich hatte den exit-node ja von daheim aus betrieben, d.h. wenn die p0lizei z.b. nach einem jahr einen p0rn0 server findet und meine IP darin sieht, dürfte die zuordnung wohl nicht mehr möglich sein (wegen dynamischer IP). trotzdem ärgert mich es ab jetzt ständig mit dem gefühl leben zu müssen das jeden moment jemand durch die tür kommt und…
also du hattest deinen exit-node-relay mit mehreren GBs pro tag und mehrere monate laufen, aber auf einem gemieteten server im rechenzentrum mit einer static-IP wenn ich dich richtig verstanden habe?
wenn ich die finanziellen mittel in zukunft habe werde ich wahrscheinlich auch einen server für sowas mieten und dann beim exit nodes einstellen nur IPs ausserhalb von EU+US nehmen.
Hallo erstmal,
Zitat Soeren:
(Die nächsten Einträge werden wohl langsam politischer und/oder gesellschaftskritischer werden beziehungsweise mehr mit meinem Verfahren zu tun haben.)
Was ist bei deinem Verfahren rausgekommen?
Sind ja schon viele Monate ins Land gegangen.
Gruss Werner
Hallo Werner,
ich habe meine Ankündigung leider aus mehreren Gründen nicht halten können, das tut mir sehr leid. :-/ Ich habe bis jetzt nicht die Muße und Zeit gefunden, noch einmal ausführlich über den Verlauf meines Verfahrens zu berichten.
Da du aber (auch schon seit einiger Zeit) nachgefragt hast, möchte ich es zumindest kurz zusammenfassen: das Verfahren gegen mich wurde eingestellt. Es gab für mich keine weiteren Komplikationen mit der Staatsanwaltschaft. Nach einem knappen halben Jahr durfte ich meine Hardware wieder bei der Polizei abholen. (Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob die Gerätschaften tatsächlich untersucht wurden.)
Der nächste Punkt, den ich angehen möchte, ist, dass ich nun wahrscheinlich in gewissen Polizeidatenbanken (bezüglich der Kinderpornografie) geführt werde. Das würde ich gern verifizieren und dann feststellen, welche Handhabe es eventuell dagegen gäbe.
Ich würde das ganze gern noch ausführlicher darlegen (und ein paar Anekdoten zum Besten geben), fühle mich derzeit dazu aber nicht wirklich in der Lage. Ich hoffe, ich kann mich in nächster Zeit diesem Kapitel noch einmal mehr widmen.
Hab vielen Dank für dein Interesse – und entschuldige bitte meine Funkstille.
Liebe Grüße,
Sören
Hi und vielen Dank für deinen Einsatz. ICh hoffe meine Spende hat dir geholfen.
Eine Frage: Wieso sind in deinem Artikel alle Links zu TOR durchgestrichen?
Hallo Peter,
deine Spende hat mir damals natürlich sehr geholfen. Vielen Dank, dass du bereit warst, einem zufälligen Typen im Netz zu vertrauen! Die Spendenaktion konnte mir in Windeseile einerseits die finanziellen Sorgen nehmen und andererseits ein Gefühl der Solidarität geben: ich war nicht alleine in dieser Sache. Heute weiß ich, dass der zweite Aspekt mindestens so wichtig ist wie der Erste.
Danke für deinen Hinweis, da ist wohl der Link-Checker etwas aus dem Ruder gelaufen. Sollte jetzt wieder sauber aussehen.
Liebe Grüße und nochmals Dankeschön,
Sören
Das Bild zur Zensur im Internet basiert auf Daten von vor fünf Jahren und ist in Wikipedia ungefähr ebensolang umstritten. Für Deutschland von Zensur zu sprechen ist derzeit auch schlicht falsch, Zensursula ist vom Tisch. Ich habe den Wikipedia-Artikel entsprechend überarbeitet, vielleicht möchtest Du das Bild mit den Daten vom Februar 2013 auch in Deinen Beitrag übernehmen.
Vielen Dank, dass Du einen Tor Exit betreibst! Wir haben gerade einen Verein gegründet, um mit ein paar Leuten ebenfalls Tor Exits betreiben zu können (http://torrorists.de)/. Die sind nämlich (unabhängig vom im ersten Absatz Gesagten) äußerst wichtig.
Hi Sebastian,
hab lieben Dank für deinen Kommentar. Du hast natürlich Recht, dass das Schaubild bereits bessere Zeiten gesehen hat; ich habe das von dir empfohlene Bild eingebaut – für den Fall, dass sich noch Leute hierher verirren.
Dass das Bild umstritten war, kann ich übrigens gut nachvollziehen. Das Thema ist schon allein wegen der Definitionsschwierigkeiten ziemlich komplex und berührt dabei noch politische und gesellschaftliche Perspektiven vieler Leute. Ich vermute deshalb mal, dass das aktualisierte Bild immernoch für genügend Diskussionsstoff sorgt.
Danke auch für deinen Hinweis auf torrorists.de und euer Engagement! Ich wünsche euch glühende Leitungen und ob eurer Organisationsstruktur wenig Ärger mit Autoritäten!